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Coronakrise – Was kann ich als Unternehmer tun?

Die Coronakrise stellt Deutschland vor neue Herausforderung. Gerade die Wirtschaft leidet unter der Pandemie und viele Unternehmer stehen vor dem Existenzaus. Mirko Päper, Steuerberater aus Hamburg, gibt Unternehmern wichtige Tipps mit auf den Weg, wie sie am Besten durch die Krise kommen und was man in diesen schweren Zeiten tun kann.

Der Coranavirus hat nicht nur uns Menschen gesundheitlich getroffen, sondern auch viele Unternehmen sind angeschlagen.

 

 

Was kann man als Unternehmer tun?

Zunächst geht es darum, dass man durch diese Krise durchkommt und die Liquidität für alle Aufwendungen, die in der Zeit gezahlt werden müssen, ausreicht. Auch wenn viele Unternehmer hoffen, dass die Krise in 1-2 Monaten vorbei ist, sollte man sich aufgrund seiner unternehmerischen Eigenverantwortung einen Liquiditätsplan für mindestens drei Monate machen.

 

 

Die folgenden Schritte sollten Sie als Unternehmer durchgehen:

 

1. Listen Sie auf, welche Aufwendungen in den nächsten drei Monaten zur Zahlung anstehen. Dann gehen Sie diese Positionen durch und prüfen, bei welchen Kosten Sie die Fälligkeit ggf. herausschieben können. Dazu einige Anregungen:

 

Personalkosten: Beantragen Sie wenn möglich Kurzarbeitergeld. So übernimmt der Staat im Wesentlichen Ihre Personalkosten und Sie sind einen der größten Kostenblöcke los.

 

Steuern: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Zahlung von Steuern in den nächsten drei Monaten zu verhindern. So sollten betroffene Unternehmer die Herabsetzung der laufenden Vorauszahlungen beantragen und bereits fällige Steuernachzahlungen stunden lassen. Unter gewissen Voraussetzungen ist es sogar möglich, dass laufende Steuern wie die Umsatz- und Lohnsteuer gestundet werden.

 

Miete: Entstehen wegen der negativen wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus in der Zeit bis zum 30.06.2020 Mietrückstände, rechtfertigt dieses keine Kündigung durch den Vermieter. Wichtig ist jedoch der Hinweis, dass diese Mieten später trotzdem noch bezahlt werden müssen. Hierfür räumt der Gesetzgeber eine Frist von zwei Jahren ein. In diesem Zeitraum muss die aufgrund der Coronakrise nicht gezahlte Miete an den Vermieter bezahlt werden. Dafür, dass die ausbleibende Zahlung aufgrund der Coronakrise entstanden ist, trägt im Zweifel der Mieter die Beweislast. Unsere Empfehlung: Treten Sie in einen Dialog mit Ihrem Vermieter.

 

Nebenkosten: Auch Kosten wie Strom, Gas und Wasser können gestundet werden. Ist der Betrieb komplett geschlossen, kann es Sinn machen, mit dem Versorger die vorübergehende Herabsetzung der Abschläge auf EUR 0,00 zu vereinbaren. Schließlich wird in dieser Zeit kaum Energie verbraucht.

 

Lieferantenrechnungen: Versuchen Sie mit Ihren Lieferanten großzügige Zahlungsziele oder Ratenzahlungen zu vereinbaren. Vielleicht lassen sich die Fälligkeiten nach hinten schieben. Wenn Ihre Lieferanten auch für die Zukunft nach Corona an einer dauerhaften Zusammenarbeit interessiert sind, werden Sie Ihnen auch entgegenkommen.

 

Fahrzeuge: Es besteht auch die Möglichkeit, dass man Fahrzeuge, die vorübergehend nicht gebraucht werden, abmeldet und so die KFZ-Steuer und die Versicherung einspart. Oder noch eine andere Idee: Viele Restaurants bieten mittlerweile einen Lieferservice an. Vielleicht werden hier noch Fahrzeuge (und Fahrer) benötigt.

 

Dieses letzte Beispiel mit den Fahrzeugen zeigt: Not macht erfinderisch! Werden Sie kreativ! Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand, sondern denken Sie über Lösungen nach. Es bringt Sie nicht weiter, wenn Sie jetzt mit Ihrem Schicksal hadern.

 

               Mirko Päper, Heitmann & Päper Steuerberatungsgesellschaft mbH

2. Wenn Sie die Aufwendungen der letzten drei Monate durchgearbeitet haben und alle nicht notwendig zuzahlenden Posten entfernen konnten, kennen Sie Ihren Liquiditätsbedarf. Sollten die noch vorhanden liquiden Mittel diesen Bedarf nicht decken, sollten Sie im nächsten Schritt überlegen, wie Sie an die weiteren liquiden Mittel kommen. Auch hierzu einige Anregungen:

Soforthilfen beantragen: Mittlerweile gibt es in jedem Bundesland Soforthilfen vom Bund und zum Teil auch von den Ländern. Diese Soforthilfen können von Unternehmern und Solo-Selbständigen beantragt werden, die von der Coronakrise betroffen sind. 

 

Einnahmen erzeugen: Auch wenn Ihr Geschäft geschlossen ist, gibt es ggf. Möglichkeiten, um trotzdem Einnahmen zu generieren. So haben zahlreiche Restaurants mit Außerhausverkauf und Lieferservice angefangen. Andere Geschäfte haben damit begonnen, dass Sie Gutscheine an Ihre Kunden verkaufen. Zahlreiche Fitnessstudios bieten Ihren Mitgliedern an, dass Sie die verlorene Zeit an Ihren Vertrag hinten dran hängen können. Damit möchten Sie verhindern, dass alle Mitglieder Ihre Beiträge zurückholen. Auch hier gilt: Werden Sie kreativ! Vielleicht können Sie im Austausch mit Ihren Mitbewerbern Ideen entwickeln. Oft hilft auch der Austausch mit anderen Unternehmern aus anderen Branchen, damit man für sein Geschäft eine Idee entwickelt. 

 

Warenbestände: Können Sie ggf. Warenbestände noch an Ihre Lieferanten zurückgeben? Oder besteht die Möglichkeit, dass Sie diese Online verkaufen?

 

Forderungen: Liquidität lässt sich auch dadurch gewinnen, dass Sie Ihre bestehenden Forderungen an ein Factoringunternehmen verkaufen. Natürlich ist das Factoring nicht umsonst, aber so bekommen Sie direkt Liquidität.

 

Private Darlehen: Haben sie vielleicht die Möglichkeit, dass Sie ein privates Darlehen in der Familie oder dem Freundeskreis erhalten? Dieses geht oft schneller und unbürokratischer als der Antrag bei der Bank.

 

Bankdarlehen: Zudem hat die Bundesregierung zahlreiche Hilfen zugesagt. Dazu gehören neben den Soforthilfen insbesondere die KFW-Darlehen und die Darlehen, die über die Förder- und Investitionsbanken der Bundesländer laufen. Sprechen Sie Ihre Hausbank darauf an! In der Krise zeigt sich wieder, wie wichtig ein gutes Verhältnis zu der Hausbank ist.

 

3. Zum Schluss sollte man sich auch immer überlegen, was einem eine solche Krise lehrt. Für mich sind die größten Learnings:

Eine Krise kann immer kommen! Noch vor drei Monaten war die Weltwirtschaft in bester Verfassung. Die Wirtschaft florierte und es war kein Ende in Sicht. Natürlich gab es auch in dieser Zeit Überlegungen, woher die nächste Krise kommen kann. So sahen einige Leute schon eine bald platzende Immobilienblase. Aber so richtig daran glauben konnte aufgrund des billigen Geldes auch niemand. Doch dann kam ein Auslöser, mit dem kaum jemand gerechnet hat – Ein Virus. Das ist der Grund, warum ein Unternehmen zu jederzeit finanziell gesund aufgestellt sein muss. Eine Krise kann plötzlich und unerwartet kommen. 

 

Ein weiterer Punkt, der den ersten Punkt weiterführt: Damit man immer gut finanziell dasteht und in einer Krise schnelle Hilfe durch die Hausbank bekommen kann, ist ein gutes Verhältnis zur Hausbank unfassbar wichtig. Stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihrer Bank jeden Monat die aktuellen Zahlen ohne Aufforderung zugesendet und jede Bilanz sofort vorgelegt. Die Bank hätte alle Zahlen im Haus und Ihr Ranking wäre aktuell. Somit könnte die Bank Ihnen sehr schnell unter die Arme greifen. 

 

Die Krise zeigt zudem, was die großen Konzerne uns voraus haben und warum es so unglaublich wichtig ist, dass man die Daten seiner Kunden sammelt. Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Restaurant oder eine Bäckerei. Nun möchten Sie Ihre Produkte zu den Kunden nach Hause liefern und Ihre Kunden darüber informieren, dass Sie nun ein Außerhausverkauf und Lieferservice anbieten. Doch wie informieren Sie Ihre Kunden darüber? Hätten Sie nun von alle Kunden die Email-Adressen, dann wäre es ein Leichtes, Ihre Kunden darüber in Kenntnis zu setzen. Oder Sie hätten noch die Adressen der Kunden und wüssten, wer in einem Umkreis von 10Km wohnt. Somit wüssten Sie, wer gut beliefert werden kann und bei wem die Speisen auch noch warm ankommen. Die Krise offenbart, warum Daten so wertvoll sind!

 

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